Montag, 11. Oktober 2010
Die Deutschen wachen auf
In letzter Zeit merkt man einen Ruck, der durch die Länder zieht. Wir merken langsam, dass wir, die Bürger, doch ein gewisses Mitspracherecht haben. Immerhin setzen wir uns jetzt nicht mehr nur hin und nehmen alle hin, sondern wir demonstrieren auch.
Vorgemacht haben es die Griechen, dieses uralte Volk, wo die Demokratie ihre Anfänge nahm. Sie haben gestreikt, als die Sparpläne kamen. Auch die Franzosen streiken, wo es nun zur Renteneintrittsaltererhöhung kommen soll. Ja, das ist ein schönes Wort. Auch in Deutschland soll das nun kommen, dass die jüngeren nun immer länger arbeiten müssen. Mittlerweile bis 67 schon. Da haben wir doch etwas versagt und hätten auch streiken sollen. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt, kommen wir erstmal zu dem Wichtigen.

Mittlerweile sind wir schon soweit, dass es in fast allen Bundesländern nun doch mal zu Bürgerentscheiden kommt. Die Parteien sind da gespalten. CDU und FDP mögen es nicht so, SPD-Anhänger sind dafür offen und Grüne sind vollkommen dafür. Da ist es kein Wunder, dass die Grünen bald die stärkste Fraktion im Bundestag sind. Das Aufbegehren der Bürger kommt nun häufiger. Wir streiken ja doch schon in vielen Bereichen. In Hamburg war es die Schulreform, in Baden-Württemberg ist es das Bahnprojekt. Das Problem bei solchen Volksentscheiden ist ja eigentlich die Tatsache, dass sie eine unbefriedigte Stimmung in der Bevölkerung zeigen. Die kommt daher, da das Volk unzufrieden mit seinen Politikern ist. Den Hamburger Ministerpräsident hat es den Kopf gekostet, der ist zurückgetreten. Soll es da in Ba-Wü anders sein??
Ich glaube nicht, denn immerhin ist das Volk die Instanz, die über die Machtverteilung im Land entscheidet. Denn was ist ein Land, in dem das Volk nicht entscheidet? Entweder verschlafen oder eine Diktatur.

Unser Land hat eben ein großes Problem, aber das ist woanders genauso. Der Dialog zwischen Volk und seinen Vertretern fehlt. Wir haben einen Aufbau der Macht in unserem Land, der Judikative, Exekutive und Legislative vorsieht. Aber was nützt uns das, wenn die Regierung eigentlich die Gesetze so dreht, dass das Gericht, also die Judikative, umgangen wird. Außerdem kann die Regierung auch den Bundesrat umgehen, was ich auch sehr überraschend fand. Und am liebsten würden manche Politiker wohl auch die Wahl abschaffen.
Zum 20. Jahrestag, der zwar schon eine Woche her ist, aber trotzdem noch aktuell, möchte ich nur sagen, dass wir doch eigentlich das Volk sind. Wir sind so oft unzufrieden mit dem Mist, den die Regierung verzapft, aber keiner von uns geht mit Mut auf die Straße. Wenn wir auf die Straße gehen, dann höchstens aus Verzweiflung oder weil wir müssen. Aber wir sollten aus Mut herausgehen. Wir sind das Volk, und was haben wir für eine Macht. Wir müssten sie nur mal einsetzen.

Und um es etwas anschaulicher zu machen:
Es gab mal eine Frau mit unglaublich langen, blonden Haaren. Sie war eine Gräfin oder Fürstin. Und ihr Mann wollte die Steuern erheben. Die Gräfin setzte sich damals für das Volk ein, denn zu jenen Zeiten hatte das Volk keine Macht. Sie ritt nackt auf einen Schimmel durch die Gegend und zwang ihren Mann so dazu, dem Volk etwas Gutes zu tun und die Steuern zu senken.
Doch nun haben wir die Macht und könnten auch mal selber reiten.

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